Instrumentenbau

Nachdem mein Sohn, der sich auf den verschiedensten Instrumenten versucht und mit seiner Band die Umwelt mit einer Mischung aus (Irish) Folk, Rock, Raggae und Mittelalterklängen quält, mir keine Ruhe mehr gelassen hat, haben wir uns im Winter 2004/5 daran gemacht, mal versuchsweise eine Drehleier zu bauen.

Alles, was wir hatten, waren Fotos aus dem Internet und keine Ahnung, davon aber dafür ziemlich viel. Daher ist es erklärlich, daß dabei ein durchaus als Drehleier erkenntliches, aber weniger spielbares Instrument herausgekommen ist. Gelernt haben wir aber viel dabei, und die Lust auf einen zweiten Versuch ist auch erwacht (siehe weiter unten).

Foto hier, Hörbeispiel hier (MP3, 1,4 MB).

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Da der Filius auch Dudelsack spielt und dessen Spielpfeife gelegentlich auch ohne den dazugehörigen Sack malträtiert, meinte er angesichts meiner Fähigkeiten, sich drehendes Holz zu verformen, ich könnte doch mal versuchen, eine Schalmei anzufertigen. Die Suche im Internet ergab einen Treffer

http://www.sackpfeifen.de/diy/special/duerer.htm

und so entstand eine Spielpfeife Typ "Altdeutsche Sackpfeife nach einem Stich von Albrecht Dürer, 1514", die zwar toll aussah, sich aber keinerlei vernünftigen Töne entlocken ließ. Der Dudelsack-Stock müßte noch durch ein entsprechendes Mundstück ersetzt und ein brauchbares Rohrblatt angefertigt werden. Entsprechende Versuche wurden unternommen, wegen anhaltender Erfolglosigkeit jedoch irgendwann aufgegeben.
Bei Gelegenheit fangen wir gaaanz von vorne an. Versprochen!

Foto hier, auf ein Hörbeispiel muß verzichtet werden.

Jedenfalls macht die Instrumentenbauerei tierisch Spaß, und es braucht in Zukunft sicher nicht viel Überredungskunst, mich zu weiteren Versuchen zu überreden. (30.März 2005)

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Was im Juni 2006 in die Tat umgesetzt wurde. Es entstand ein Trumscheit, auch Trompa marina oder Nonnengeige genannt.
Entstehungsgeschichte wie bei der Drehleier: Außer einigen Bildern und spärlichen Informationen aus dem Internet nichts vorhanden.
Momentan fehlen noch die Saiten, daher erst nach deren Lieferung Bilder und Tonbeispiel hier in diesem Theater. Soviel soll aber schon verraten werden: Wenn das Teil nur halb so gut klingt, wie es aussieht, wird es was gutes. (29. Juni 2006)

Januar 2007: Es ist soweit, das Trumscheit ist fertig. An der Schnarre muß noch etwas Feinarbeit betrieben werden, sie tut's noch nicht zufriedenstellend, daher Hörbeispiel später, aber Bildserie hier.

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Außerdem hat's mit dem Trumscheit so lange gedauert, weil wir uns zwischenzeitlich auch noch mit einer Sackpfeife beschäftigt haben. Eigentlich sollte es ein Hümmelchen werden, als Spielpfeife haben wir vorerst mal eine Schalmei aus der Werkstatt Schlütter in Zella-Mehlis verwendet. Die Bordunpläne aus dem Internet sind aber von einer Schäferpfeife, und nachdem meine selbstgebauten Rohrblätter auch bestens funktionieren, übertönen die Bordune die Spielpfeife doch etwas. Wir sind auch hier am Feinjustieren, und als nächstes will ich mich mal an einer passenden Spielpfeife versuchen. Trotzdem - für einen Erstversuch gar nicht so schlecht. Bildserie hier, Tonbeispiel hier.

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Nach meinem ersten Besuch des berühmten Festivals in St. Chartier 2006 war die Lust auf das schönste Instrument der Welt, die Drehleier, neu geweckt. Aus Zeitmangel wurde ein erneuter Versuch immer wieder verschoben, bis ich 2007 in St. Chartier ein zweibändiges Werk incl. aller Baupläne im Maßstab 1:1 zum Bau eines solchen Instruments (Modell Pajot Fils) erwarb. Der Baubeginn mußte allerdings nochmal ein Jahr warten, da ich mich erst mal unter Auffrischung meiner inzwischen bescheiden gewordenen Kenntnisse der französischen Sprache (immerhin sind seit meiner Schulzeit schon über 30 Jahre vergangen) durch die beiden Bände fressen mußte. 2008 kaufte ich, wiederum in St. Chartier, erste Materialien (Der Erwerb geeigneten Holzes erweist sich in Deutschland ziemlich schwierig), und endlich konnte es los gehen. Fünf Monate lang habe ich fast in jeder freien Minute daran gearbeitet, bis endlich am 27. Februar 2009 das Instrument fertig war. Interessierte Besucher meiner Seiten können sich  >> hier die Entstehung der Drehleier in 50 Bildern zu Gemüte führen, und  >> hier steht ein Klangbeispiel zur Verfügung. Schon mal ganz gut, aber verbesserungswürdig. Die nächste Drehleier kommt bestimmt.

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Nachdem ich zufällig im Internet den Dresdener Künstler, Musiker und Instrumentenbauer Geralf Grems entdeckt hatte und vom Klang seiner Drehleiern begeistert war, konnte ich im Mai 2011 bei einem Besuch bei Geralf der Versuchung nicht widerstehen und kaufte ihm spontan eines seiner Erstlingswerke ab. Allerdings hatte ich schon gleich den Entschluß gefaßt, das Instrument in einigen Teilen zu verändern. Nachdem im Herbst die Kletter- und Bonsaisaison zu Ende war, begann ich mit dem Umbau. Jetzt, im Januar 2012, sind die Arbeiten weitgehend abgeschlossen, und meine neue Drehleier kann   >> hier bewundert oder auch einfach nur angeschaut werden. Ob ich nochmal eine Drehleier baue? Vielleicht, wenn ich Im Ruhestand bin. Jetzt träume ich erst mal von einer Mousnier, Hilsmann Largo oder Rebollo.

Klangbeispiele: g komplett
  gc komplett
  gd komplett
  d Bordun
  gd Bordun

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So langsam erwachte auch der Sammlertrieb in mir. Ich wollte was ganz besonders Schönes und Gutes haben. Da kam eigentlich nur Philippe Mousnier in Frage. Ein ganz spezieller Klang und jedes Instrument ein Einzelstück, nichts gibt es zweimal. Lange habe ich überlegt, ob ich nicht eine 'Catrix' oder eine 'Olive' nehmen soll, mich dann aber erst mal für ein kleineres Modell entschieden. Also 2012 beim Festival am Château d'Ars bestellt und ein Jahr später dort abgeholt.
Vielleicht kommt ja eines Tages doch noch eine 'Catrix' oder eine 'Olive'. Was noch nicht ist, kann ja noch werden.

Ganz ohne Herumbasteln ging's dann aber doch nicht. Den Kurbelknauf mußte ich unbedingt in Nußbaum + Palmira haben. Außerdem habe ich die Saitenheber von Geralf Grems verbessert und robuster gemacht. Da sie mir an meiner Neuen in Messing nicht gefielen, habe ich sie auch im passenden Holz ausgeführt. Fotos sind ebenfalls hier zu sehen. Wer an den Dingern interessiert ist, möge mir eine Email schreiben oder anrufen. 35 Euro pro Stück, maßgeschneidert für's jeweilige Instrument.

>>Hier ist sie nun: Philippe Mousnier - Modèle 'Étude Haut de Gamme', clavier feutre, tête sculptuée. Ohne Worte, die Bilder sprechen für sich.

Tonbeispiele sollen irgendwann auch noch folgen.

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Sommer 2016 - meine Neueste: Weichselbaumer 'Alto'

Bilder und Erläuterungen >>hier

 

zuletzt geändert am 23.10.2016